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Die Geschichte des Ortes Drukuj Email

Einer der an der Oder am schönsten gelegenen Orte im Landkreis Oppeln war Klein-Döbern. Es lag in Ost-West-Richtung, nur wenige Meter vom Oderufer entfernt. Diese Nähe zum Fluß war möglich, weil die Muschelkalkschicht von Norden her gegen den Fluß vorstieß und eine Art Steilufer bildete. Die Muschelkalkschicht trat am Flußufer zu Tage. Auch im Oderstrom hatten die Wirbel den Sand an einigen Stellen weggespult und den harten Stein freigelegt (in ca. 4 m Wassertiefe).


Nach einer alten Sage soll eine gewaltige Wasserflut das halbe Dorf vom Ort „Halbendorf“ bei Oppeln weggerissen und auf dem Muschelkalkrücken im Raum Klein-Döbern abgesetzt haben; so soll das Dorf entstanden sein.

Funde aus der Steinzeit beweisen, daß der Raum sehr früh besiedelt war. Im Raume Oppeln wurden aus der Steinzeit auch „Einbäume“ gefunden. Größere vorgeschichtliche Funde wurden in der Kiesgrube am Windmühlberg-Warzecha-Launer aus der Germanenzeit ca. 200 n. Chr. gemacht und bestimmt vom Landesamt für Vorgeschichte in Ratibor.


In diese Zeit fallen die großartigen polnischen Ausgrabungen der Eisenverhüttung in der Gemarkung Pawlowka. Der polnische Staat baut z. Zt. dort eines der größten Elektro-Kraftwerke in der Gemarkung Klein-Döbern und hat die einmaligen Funde entdeckt. Es ist interessant, daß sich um diesen Raum eine reiche Sagenwelt windet: “Feuermänner“ gehen hier um. Ehedem soll hier ein gewaltiger Schmied mit dem Namen  „Pawel“ gehaust haben, nach ihm ist der Flurname „Pawlowka“ entstanden. Dieser Raum hat mehrere Quellen, auch Eisenschlacken wurden schon früher hier gefunden. Das Besondere aber an diesen Funden ist, daß sie von den Germanen herstammen, die hier und in ganz Schlesien und im Südosten siedelten und diese interessante Hüttenindustrie aufgebaut haben. Dies wird in Polen jedoch verschwiegen.

Später kamen slawische Volksgruppen in den Oderraum. Diese wurden um 900 von einem Mönch des Klosters St. Emmeran in Regensburg beschrieben. Um das Jahr 1000 kämpften die Polen und die Böhmen um das Land. Meine Mutter erzahlte mir, dass der Grenzstein zwischen Polen und Böhmen inmitten des Oderstromes lag; es war ein gewaltiger Findling, der bei der Oderregulierung um 1900 weggeschafft wurde. Das Land wurde später von den Piasten beherrscht, die in der Wasserburg in Oppeln saßen.

Im 12. und 13. Jahrhundert riefen die deutschfreundlichen Piasten deutsche Siedler in das Land, um durch deren höhere Kultur aus dem Land höhere Ertrage heraus zu wirtschaften. So wurde auch 1228 das Zisterzienserinnen-Kloster Czarnowanz (Klosterbrück) an der Malapane gegründet und hat seine. Acker- und Bildungskultur weit in das Land ausgestrahlt. 19 Dörfer gehörten zum Kloster, darunter auch Klein-Döbern.

1328 erhielt Klein-Döbern vom Kloster „Deutsches Recht“ nach dem Muster des „Neumarkter Rechtes“ (Neumarkt bei Breslau). Die Stadtgründung Neumarkts nach Deutschem Recht 12201235 erfolgte auf Bitten des Herzogs die Übergabe des Haller Rechtes. Das „ius noviforense“ (Neumarkter Recht) ist ein für schlesische Verhältnisse umgebildetes „Hallesches Recht“, das für über 500 Städte bis an den Bug und in die Ukraine maßgebend wurde. war „aus wilder Wurzel“ ausgesetzt, d. h. eine deutsche Neugründung.

1238 wird Neumarkt als „civitas“ bezeichnet.

Die Urkunde für Klein-Döbern liegt noch im Diözesan-Archiv in Breslau. In dieser Urkunde heißt es, daß die Klein-Döberner „wegen der Unbeständigkeit des polnischen Rechtes“ausgesetzt wird. Die damalige Flur- und Hofeinteilung ist heute noch zu erkennen. Der Verfasser hat bei seinen Forschungen 1930 im Stammhaus der Pampuchs - die Wirtschaft neben dem Gasthaus Warzecha - auf dem Boden unter dem Dach die Urkunde des Freibauern Pampuch von 1687 und ein Pro-zeßprotokoll aus den Jahren um 1830 gefunden. Damals führte mein Urgroßvater Johann Pampuch einen Prozeß gegen die Gemeinde Klein-Döbern vor dem Landgericht in Ratibor, den er gewonnen hat. In diesem Protokoll stehen die Rechte aus dem Jahre 1328 verzeichnet. Leider gingen Freibrief und Pro­tokoll 1945 in Breslau in Schutt und Asche verloren. gebeten haben, daß das Dorf nach „Deutschem Recht“

1742 kam Schlesien an Preußen. Friedrich der Größe, der im Bewußtsein der Oberschlesier fest verankert ist, weil er sich um das Land viel Mühe gegeben hat, hat die wirtschaftliche Entwicklung Schlesiens eingeleitet. Er war ein besonderer Förderer der Eisenindustrie.

1848/49 wurde in Klein-Döbern die Separation durchgeführt, das ist die Bauernbefreiung, die in Preußen Freiherr vom Stein schon ein Menschenalter vorher durchgesetzt hatte.

Die Oberschlesier dienten bei den verschiedensten Truppenteilen und waren hervorragende Soldaten. Tiefe Wunden schlug der 1. Weltkrieg in unserem Dorf. Die nachfolgende Polen-Propaganda brachte viel Unfrieden in den Ort, die Aufstande, die Abstimmung spalteten oft die Familien. In der Weimarer Zeit erfolgte ein großer Aufschwung in der Kulturpflege und in der Heimatkunde.  Die Schulrate Schodrok und Stumpe in Oppeln waren in der Kultur­pflege führend.

Das Jahr 1933 brachte die Wende. Wir haben alle 1945 erlebt und nach diesen Jahren vieles erlitten. Alle wissen es, man braucht es nicht zu schreiben. Vertreibung, Morde, Rechtlosigkeit, Verfolgung sind über uns hinweggegangen - wo bleiben die Menschenrechte für unsere Heimat? Das ist eine Frage an das Weltgewissen. Wo bleibt das Weltgewissen?

Ohne Recht geht es nicht weiter - Recht muß geschehen für alle, dann erst können wir ein gemeinsames Europa bauen. Das Heimatrecht muß völker­gleich zum Grundrecht werden.

Klein-Döbern - Volksschule

 
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Admin Konrad K.