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Die Oder Drukuj Email

Klein Döbern lag in Ost-West-Richtung mit dem Blick nach Süden am Steilufer der Oder. Früher, entlang der Oder führte eine Dorfstrasse, die ca. 20 m vom Oderstrand entfernt war und die heute ul. Odrzańska und Brzegowa heißt. Die Oder war entlang dieser Straße ca. 200m breit. Von der Schleuse Groß Döbern bis zum Ostausgang des Dorfes Klein Döbern an der Pumpenstation war es mit ca. 5 km Länge eine gewaltige Wassermasse. Die Oder war ruhiger Fluß, konnte aber bei Hochwasser gefährlich werden. Hohen Wellengang bis 1,5 m brachten Stürme, die vom Westen kamen.

Die Oder entspringt im Kuhländchen, im Sudentenland, im sonnigen Wiesenland im Gebiet von Odrau. Sie zwängt such durch die uralte Sperrlandschaft der Sudeten, durch die Mährische Pforte bei Oderberg und fließt als Lebensader Schlesiens über Ratibor, Cosel, Oppeln, Brieg, Ohlau, Breslau, Glogau und Grünberg hin bis Stettin, dem Ostseehafen.

Zahlreiche Nebenflüsse nimmt sie von der rechten und linken Seite auf.

Entlang der Oder lief die Bahnlinie Hamburg-Berlin-Breslau-Oppeln-Wien-Istanbul.

Bunt war das Leben an der Oder. Der Strom war fischreich, man erzählte von riesigen Stören und Welsen, von Flößern, Schiffern und Sagen vom Wassermann.

Von der Jahrhundertwende war die Oder nicht reguliert. Die Schiffe hatten nur einen geringen Tiefgang und waren breit gebaut. Oft wurden sie Stromaufwärts von Pferden gezogen. Im Sommer, wenn das Wasser seich war, trieben die Bauernjungen die Kuhherde durch das Wasser auf die andere Oderseite.

Als der erste Dampfer auf der Oder fuhr und gewaltig qualmte, liefen die Bauern vom Feld heimwärts, weil sie meinten, dass Feuer ausgebrochen wäre.

Schon im 18. Jhd. wurden in Groß Döbern die Schiffe mit Eisenerzeugnissen der Kreuzburger Hütte beladen. Die Bauern aus Klein Döbern brachten zur Kreuzburger Hütte Kalk für das Schmelzverfahren und brachten Gusseisen und Schlacken zurück.

Als besondere Einrichtung entstand in Klein Döbern eine Schiffswerft, die am Anfang Holzschiffe, später auch Eisenkähne herstellte. Heute ist es ein großes Unternehmen und hat große Aufträge aus Westdeutschland. Uns Dorfjungen interessierte besonders der Schiffs- und Dampferverkehr. Wir kannten alle Dampfer und Schiffstypen, so wie die Jugend heute die Autotypen kennt. Von Weitem erkannte man an den Flaggen die Schiffe der Schlesischen Dampferkompagnie, Cäsar Wohlheim, R. Kattein, der Schiffseigner Gabor, Holik, Kokott, Woitzik u.a.

Besonders schmuck war das Fahrzeug der Wasserbehörden, die „Helena“, weiß gestrichen und beflaggt. Herr Polok aus Klein Döbern war auf der „Helena“ Schiffkoch.

Die Schifffahrt hatte in trockenen Sommern sehr zu leiden. Wochenlang lagen die Schiffe verankert in der Fußmitte. Damals hieß es, dass auf dem „Steppenfluß“ Oder die Schiffe mit ihrer Ladung nach Stettin später ankommen als ein Hochwasserfrachter von Japan. Da sich nach jedem Hochwasser die Sandbänke änderten, hatten de Flußbagger viel Arbeit. Sehr viel Mühe hat es oft gekostet ein auf einer Sandbank aufgelaufenes,  schwer beladenes Schiff wieder flott zu machen.  Die Schiffer wurden von den Dorfbewohnern im Allgemeinen freundlich aufgenommen. Krach gab es meistens bei Tanzvergnügungen. Eine Reihe Klein- und Groß-Döberner waren Schiffseigner und Schiffer. Ein sehr erfahrener Schiffseigner aus Klein Döbern war Herr Holik vom Sandberg.

Für uns Jungen war das Fischen und Baden von besonderer Art.  Jeder Junge mußte sehr bald schwimmen lernen, d. h. er schwamm nicht Brust, sondern paddelte wie ein Hund oder ein Hase und das ging gut.

Grob war die Art, den Jungen das Schwimmen beizubringen, die Angst vor dem Wasser hatten. Sie wurden von den älteren Knaben an Beinen und Händen gepackt und ins Wasser geworfen. Meist schwammen sie dann schreiend ans Ufer und konnten ab da schwimmen. Oft aber waren sie hilflos, dann sprangen bereitstehende gute Schwimmer ins Wasser und brachten sie auf festen Grund.

Für uns Jungen war das Baden ein Höllenspaß. Es kam darauf an, wie oft man sich aus- und anzog und wie oft man im Wasser war; normal mußte man es auf 8- bis lO-mal gebracht haben. Wir waren nach der Badesaison abgemagert wie die Hornissen, hatten einen Bärenhunger, aber wir waren zäh wie  Krokodilleder.

Eine besondere Attraktion war das Pferdebaden. Das Pferd liebt das Baden, es wälzt sich im Wasser herum wie ein Elefant, zum Schrecken der kleinen Fohlen, die auch ans Wasser gewöhnt werden mußten.

Schon war das Reiten auf dem Pferderucken, wenn die Pferde tiefe Stellen durchschwammen. Neben dem Reiter schwamm angstvoll, prustend, mit aufgerissenen Augen das wasserscheue Fohlchen.

Das Fischen mit Stellangeln war ein allgemeiner Sport; der Fang mit Fischernetzen sehr beschwerlich,  weil auf dem Grund des Flusses oft  noch alte Eichenstamme lagerten. Der Oderlauf war mit Buhnen versehen, die weit in das Flußbett hineinragten, um den Wasserablauf in der Mitte zu beschleunigen und um den Schwemmsand und den Schlamm zwischen den Buhnen abzulagern. Gäste auf diesen Buhnen waren die Iltisse, die Marder und die Katzen, die auch versuchten, einen unvorsichtigen Fisch zu greifen.

Gefährlich war auf der Oder der Eisgang, der oft großen Schaden verursachte, Baume fällte, Löcher in die Wiesen und Felder riß und Hochwasser verursachte,  so daß dann Eissprengungen notwendig wurden. 

 

Fähre  -  Klein Döbern

 

 
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Admin Konrad K.