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Die Schiffswerft und das Sagewerk in Klein-Döbern Drukuj Email

An der Grenze unseres Dörfchens zu Groß-Döbern hin lag unser einziges und winziges Industriegebiet von kaum 1/3 qkm. Dicht zwischen dem Oderdamm und der Oder lag die kleine Schiffswerft, ein Zweigwerk der Firma Gabor aus Gogolin. Wir nannten sie einfach Baustelle. Der Betrieb diente hauptsachlich als Reparatur- oder Überholungsstätte für Holzkahne bis zu 500 to. Es wurden aber auch neue Oderschiffe und Prahme gebaut. Der Aufbau des Betriebes erfolgte wohl um die Jahrhundertwende. Die Leitung dieses Unternehmens lag in den Händen des Schiffsbaumeisters Josef Piechatzek. Bis zu 20 qualifizierte Schiffbauer fanden hier ihre Tätigkeit.

Wenn man heute die technische Betriebsausstattung einer Werft mit der damaligen Ausrüstung der Betriebe vergleicht, so muß man mit Hochachtung an die Leistung der Männer denken, die nur mit Körperkraft, ohne hydraulische Hebewerke und dem einfachen Handwerkzeug, ihr Werk vollbrachten. Mit 2 bis 4 Winden, bei eigener Muskelkraft, wurden die schweren Kähne hochgezogen und aufgebockt. Erst in den 30er Jahren begann die Mechanisierung der Werft.

Zu diesem Unternehmen gehörte auch ein kleines Sägewerk, das über dem Damm lag. Es gehörte einst dem Groß-Döberner Kaufmann Rochus Mehl, der auf die­sem Grundstück auch eine kleine Motormühle betrieb. Ende der 20er Jahre verkaufte er den Besitz an die Werft. Produziert wurden in dem Sagewerk haupt­sachlich Hölzer für den eigenen Schiffsbau.

Anliegend an die Werft erstreckte sich der Besitz der Firma Viktor Regienek. Dessen Großvater betrieb anfänglich hier einen Rundholzhandel. Das Gelände an der Oder entlang des Dammes bis in das Groß-Döberner Gebiet diente als Rundholzlagerplatz. Gelagert und gehandelt wurden hier zu einem Teil Hölzer für die Schiffahrt. Herrliche schlanke und lange Fichten bis zu 35 m lang, aus den Wäldern um Karlsruhe, wurden hier zu Hand- und Buhnstaken sowie zu Segelmasten für die Oderschiffer verarbeitet. Einige unserer Döberner Landsleute werden sich noch erinnern können,  wie die Oderschiffe talabwärts segelten. Noch in den 30er Jahren segelte der uns bekannte Klein-Döberner Schiffseigner Johann Holik stromaufwärts bis Cosel. Dies war seinerzeit ein bewundernswertes Ereignis für die Schiffahrt. Bei Flaute wurden sie mit eigener Kraft der Schiffsbesatzung (2-3 Mann) mit ihren Handstaken vorwärts gestakt. Der Buhnenstaken diente zur Hilfe dem Steuer, um eine schnelle Kursänderung des Schiffes zu bekommen. Nach der Inflation, Mitte der 20er Jahre, übernahmen die Schleppdampfer die Beforderung ganzer Züge von Oderkähnen,  die wiederum mit der Zeit teils durch den Motorkahn abgelöst wurden.

Des Weiteren wurde auf dem Lagerplatz Kiefernrundholz gelagert. Hier wurden aus unseren Wäldern die mächtigen Kiefern angefahren, zu Flößen (Matacki) gezimmert und talabwärts an die Holzbetriebe verflößt. Beneidet wurden diese Flößer von den Kindern um das schöne freie Naturleben in ihren kleinen Strohhütten und dem Lagerfeuer auf ihrem Floß. Leider nahm diese Romantik Anfang der 20er Jahre ein Ende. Die Verarbeitung des Rundholzes begann man selbst in den Wachstumsgebieten der Kiefer zu nutzen. Die Holzindustrie in den heimischen Wäldern begann zu wachsen. Sei es aus der Notwendigkeit, dass die Kiefer vor der Wärmezeit geschnitten werden muß um sie vor der Blaue als Qualitätsholz zu schützen und hauptsachlich,  um der heimischen Bevölkerung Arbeitsplätze zu schaffen.

So baute auch im Jahre 1921/22 Herr Viktor Reginek auf seinem Gelände ein Sage- und Hobelwerk, das sich mit der Zeit zu einem guten Mittelbetrieb entwickelte. Aus anfänglich einem Sagegatter, der Pendel- und Kreissage, wurde ein Betrieb mit 2 Schnellgattern, weiteren mechanischen Holzbearbeitungsmaschinen und mit einem hinzugebauten Hobel-, Nut- und Spundwerk. 2 große Hallen dienten zur Lagerung von wertvollen Bau- und Tischlerholzern. Eingeschnitten wurden hier Kiefern- und Fichtenrundhölzer.  Bis zu 30 Arbeiter fanden hier ihren Arbeitsplatz. Das Fichtenrundholz kam aus den Wäldern um Karlsruhe. Die Kiefer wuchs in den nahen Wäldern, die sich weit von der Oder bis an die polnische Grenze erstreckten. Ihr sandiger Boden war dem Kiefernholz sehr dienlich.

Das Fichtenrundholz wurde hauptsächlich zu Bauhölzern für den heimischen Baumarkt verarbeitet. Aus der Kiefer wurden Hölzer für Fußböden, Fenster, Türen und für den Möbelbau hergestellt. Das Rundholz war weit in der Länge astrein, sehr feinjährig, d.h. langsam gewachsen und nur mit einem geringen Splint versehen. Die Qualität garantierte eine lange Haltbarkeit, ihre Struktur und Farbe gaben ein schönes Bild für Massivarbeiten. Als Wertholz war die Kiefer über unsere Heimatgrenze bekannt. Heute finden wir sie in allen großen Holzlagern der BRD, deklariert als die polnische Kiefer.

Viktor Kurtz

 
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Admin Konrad K.